Klimaschutz braucht Sofortmaßnahmen

Grüne befürchten Ende der Handlungsmöglichkeiten

Die Partei der Grünen ist zur Zeit auf einem starken Wachstumskurs. Bundesweit hat sich die Zahl der Mitglieder allein im laufenden Jahr um 13% auf 90.000 erhöht. Dieses Wachstum ist auch im Landkreis Dingolfing-Landau zu spüren: im kleinsten Kreisverband Bayerns natürlich auf niedrigem Niveau. Mittlerweile kann auch die Gründung von Ortsverbänden ins Auge gefasst werden.

Die erste Gründung eines Ortsverband wird in Loiching am Nachmittag des 12. Oktober stattfinden. Die Umweltaktivistin Franziska Sänftl hat dazu die Initiative ergriffen. Im Gasthaus Räucherhansl wurden dazu bei einer Mitgliederversammlung die organisatorischen Grundlagen gelegt. Im September werden einige überregionale Ereignisse eines der zentralen Themen der Grünen wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken: die Klimastreikwoche, die Tagung des Klimakabinetts und der Weltklimagipfel in New York.

Vorstandsmitglied und ehemaliger Geographielehrer Franz Anneser stellte dazu eine aktuelle politische und wissenschaftliche Einschätzung der Versammlung vor. "Die Herausforderung durch die drohende Klimakatastrophe ist so groß, dass sehr viele Menschen diese lieber verdrängen als zum täglichen Gesprächsthema zu machen", so Anneser. Auch in der Politik werden noch immer die Augen vor der riesigen Gefahr verschlossen. Die Welt und dabei insbesondere die wohlhabenden Länder treiben den Planeten im Moment in Richtung eines Entwicklungspfades, der eher eine um 6 Grad heißere Atmosphäre wahrscheinlich erscheinen lässt als die Einhaltung der bereits beschlossenen 1,5 Grad Ziele. Bereits in 15 Jahren ist beim jetzigen Tempo das Budget des noch verbrennbaren fossilen Kohlenstoffs (Kohle, Öl, Gas) erreicht, das noch Handlungsmöglichkeiten offen ließe. Danach werden zahlreiche Kipp-Punkte erreicht sein, die ein Umsteuern unmöglich machen werden. Solche Kipp-Punkte sind zum Beispiel das hitzebedingte Absterben tropischer Wälder, das Wegtauen weißer und damit rückstrahlfähiger Flächen, das Auftauen des arktischen Permafrosts mit dem Ausgasen von Methan. Das Absterben der Korallenriffe würde eine weitere Kohlenstoffsenke zerstören, die Erwärmung der Ozeane wird die Fähigkeit Kohlendioxid zu lösen vermindern.

Die forcierte Klimaforschung der letzten Jahrzehnte hat viele neue besorgniserregende Kenntnisse gebracht. Die Atmosphäre ist alles andere als ein stabiles System. Relativ kleine Veränderungen können durch Rückkoppelungen große Veränderungen nach sich ziehen. Dafür gebe es zahlreiche Beispiele in der Erdgeschichte, so Anneser. Die Menschheit ist gerade dabei die Erdgeschichte um ein weiteres grausames Beispiel zu ergänzen. Bereits in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts könnten wir eine um vier Grad wärme Welt haben, die aber eine komplett andere sein wird , als die heutige: mit einem großteils unbewohnbaren Mittelmeerraum, mit abgestorbenen Tropenwäldern, mit über Wochen tödlicher Hitze im Nahen Osten und in Indien sowie mit einem ausgetrockneten Australien und Südamerika hätte nur noch ein Teil der jetzt 7 Milliarden Menschen einen angemessenen Lebensraum. Die von Söder oder der Großen Koalition bekannt gewordenen Klimamaßnahmen bezeichnete Anneser als wichtig, aber um 30 Jahre zu spät: "Das dauert zu lange und wird hinten und vorne nicht reichen!" Ein von den Grünen vorgelegtes Sofortprogramm, das sich stark mit dem der großen Umweltverbände deckt, setzt auf unmittelbar wirkende Maßnahmen. Wichtiger als das Ausstiegsdatum für die Kohle ist das Datum für den Einstieg in den Ausstieg, das noch in diesem Jahr liegen muss. Die Wettbewerbsverzerrungen und Deckelungen zuungunsten der erneuerbaren Energien müssen sofort aufgehoben werden. Im Verkehrsbereich muss nachhaltige Mobilität schnell billiger werden, als jene, die auf Verbrennungsmotoren basiert. Die Landwirtschaftspolitik muss sich an Klimafreundlichkeit orientieren und die gemeinsame Agrarpolitik Europas muss sofort darauf reagieren. Am Freitag, den 20. September wird es weltweit die bisher größten Klimastreiks und -demonstrationen geben, zu denen auch die Grünen aufrufen. Auch in Dingolfing und Landau sind Veranstaltungen geplant.

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