Die Monatsversammlung von Bündnis90/Die Grünen stand zwar ganz im Zeichen der anstehenden Europawahl. Dennoch konnte MdL Rosi Steinberger mit einem tagesaktuellen Bericht vom Runden Tisch zur Artenvielfalt einen wichtigen Akzent setzen.
Dass Rosi Steinberger als Vorsitzende des Umweltausschusses überhaupt an den Runden Tisch berufen wurde, musste sie sich erst erkämpfen. Sie war zunächst sehr erstaunt, dass zwar ihr Stellvertreter von der CSU eingeladen worden war, aber sie nicht. Alois Glück, der Leiter der Versammlungen, korrigierte diese Schieflage aber schnell. Überhaupte lobte Steinberger dessen Versammlungsführung, die stark auf Konsens ausgerichtet ist. Der breit zusammengesetzte Runde Tisch ist ein Gebot der Stunde, fast alle hätten den Weckruf der Wahlberechtigten vernommen, relativ schnell sei es möglich Beschlüsse zu fassen. Allerdings kämen von Seiten des Bauernverbandes in Person von Walter Heidl immer wieder Querschüsse, die bereits gefällte Beschlüsse immer wieder in Frage stellten.
Auch Hubert Aiwanger von den Freien Wählern habe das Problem des Artensterbens noch immer nicht erkannt und stellt das Volksbegehren als Überheblichkeit der Städter gegenüber dem Land an den Pranger. Probleme wie das frühe Walzverbot von Wiesen werden hochstilisiert, obwohl sie in Wirklichkeit nur Nebensächlichkeiten sind, die leicht repariert werden können. In Wirklichkeit wird kaum eine Wiese überhaupt gewalzt, weil der Transport der schweren Walzen auf Flächen, die dem Hof nicht anliegen, praktisch nicht mehr möglich ist.
Deshalb sind Stimmen wie die von Andreas Segerer von der Zoologischen Staatssammlung, der mit am Runden Tisch sitzt, von höchster Wichtigkeit: "Es ist absolut dramatisch: Wir haben ein globales Massen-Aussterben, mit einer solchen Geschwindigkeit, wie es seit der Zeit der Dinosaurier nicht mehr passiert ist." Artenschutz ist zu einer vordringlichen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden, der sich keine Institution mehr entziehen kann, so Steinberger.
Jetzt ist vor allem auch die Europäische Agrarpolitik gefordert, ergänzte Kreisrätin Christine Aigner. Dabei treffe es sich sehr gut, dass der Europapolitiker Martin Häusling für einen Vortrag am 28.4. um 20 Uhr in Rottersdorf bei Landau/Isar gewonnen werden konnte. Häusling ist Mitglied im Brüsseler Agrarausschuss und wird davon berichten, wie groß der Widerstand gegen Maßnahmen für eine nachhaltige und artenschonende Landwirtschaftspolitik immer noch ist.
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