Unternehmen oft weitsichtiger als Politik

Dr. Thomas Gambke sprach bei Hauptversammlung der Grünen

Eindämmung des Ressourcenverbrauchs ist Schlüssel für eine Welt im Gleichgewicht

Der Landshuter Bundestagsabgeordnete der Grünen Dr. Thomas Gambke war auf der Hauptversammlung der Grünen in Mamming Gastredner. Gambke ist selbst Unternehmer und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit möglichst vielen Unternehmern direkte Kontakte zu pflegen. Seine Erfahrung dabei ist, dass vorausschauendes und an Nachhaltigkeit orientiertes Denken bei guten Unternehmen oft verbreiteter ist als bei Akteuren der täglichen Politik. Die Zustimmung zu grünen Positionen ist wesentlich höher als es die Wahlergebnisse vermuten lassen.

Ein sehr aktuelles und große Schatten vorauswerfendes Thema sind in diesem Zusammenhang die geplanten Freihandelsabkommen mit Kanada und USA, Ceta und TTIP. Die Notwendigkeit dieser Abkommen wird mit der Angleichung von Standards begründet. Dies, so Gambke, ist nachvollziehbar und zustimmbar. Warum aber muss dann in völliger Intransparenz und ohne Mandat verhandelt werden? Warum sind Schiedsgerichte vorgesehen, die ermöglichen, dass multinationale Unternehmen gegen Staaten klagen können, wenn sie ihren Profit durch Gesetzgebungsmaßnahmen bedroht sehen? Es wäre ohne weiteres möglich, Industriestandards in einem immerwährenden Prozess aneinander anzugleichen ohne die unterschiedlichen Rechtssysteme diesseits und jenseits des Atlantiks auf den Kopf zu stellen. Gambke plant dazu eine öffentliche Diskussion mit Erwin Huber, der sich für die Freihandelsabkommen stark gemacht hat.

Gambke gab seinem Bedauern Ausdruck, dass viele tägliche Scheinprobleme wie die Einführung einer Maut für Ausländer den Blick auf die große Gefahr verstellen, vor der die gesamte zivilisierte Menschheit steht. Bei der Bekämpfung des Klimawandels, bei der Ressourcenverschwendung und bei der immer stärker grassierenden Übernutzung der Fläche tritt die Politik auf der Stelle. Eine Milliarde Autos sind zur Zeit unterwegs und verbrauchen 60% des Öls. Wenn deren Zahl auf vorgesehene zwei Milliarden in naher Zukunft steigen soll, wäre  allein dafür ein zweiter Planet nötig, den es nicht gibt. Ein Stopp des ungebremsten Ressourcenverbrauchs ist erste Voraussetzung für eine Welt im Gleichgewicht mit einer abnehmenden Zahl von Konflikten. Bemühungen dazu sind derzeit nicht erkennbar, so Gambke.

 

 

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